Saatgutfonds
Die Zeit ist reif - Für eine ökologische und gentechnikfreie Saatgutforschung
Saatgut ist Kulturgut und Grundlage für unsere Ernährung. Doch mehr und mehr wird es ein Wirtschaftsgut, ein Rohstoff der Biotechnologie und der Börsen. Inzwischen dominieren zehn Konzerne mit Hilfe von Patenten, Gentechnik und Hybriden über 70 Prozent des weltweiten Saatgutmarktes.
Patente und Gentechnik widersprechen jedoch dem ganzheitlichen Ansatz des Ökolandbaus. Vielfalt, Geschmack, Ernährungsqualität und Fruchtbarkeit sind dagegen die wesentlichen Ziele einer zukunftsorientierten Züchtung. Daher fördert die Zukunftsstiftung Landwirtschaft mit Hilfe von über 4.000 Spenderinnen und Spendern die ökologische Züchtungsforschung. Züchtung ist langwierig und teuer. Die Entwicklung einer (!) Sorte kostet ca. 600.000 Euro und dauert 10 bis 12 Jahre.
Dennoch sollten wir den „Kindergarten“ – also die Zuchtgärten – unserer Kulturpflanzen nicht den Agrar-Konzernen überlassen. Sorgen wir für Bio „von Anfang an“. Durch Ihre Spende tragen Sie zu einer ökologischen Weiterentwicklung des Kulturgutes Saatgut bei. Natürlich ohne Gentechnik und Patente.
Neue Sorten braucht das Land!
Mit Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender fördern wir z.B. folgende Projekte:
Widerstandsfähig und ertragreich
Seit über 30 Jahren wird auf dem Dottenfelderhof bei Frankfurt/Main an der Entwicklung neuer Getreidesorten für den biologischen Landbau gearbeitet. Bei der Züchtungsarbeit an Weizen, Roggen, Gerste und Hafer legen Dr. habil. Hartmut Spieß und sein Team ihr Au-genmerk besonders auf Geschmack und Nahrungsqualität, Reifefähigkeit, Pflanzengesund-heit und Anpassungsfähigkeit an den Standort. Aus der langjährigen Arbeit gingen u.a. die Weizensorten „Butaro“ und „Jularo“ hervor, die seit 2009 für den Anbau zur Verfügung stehen. Neben hervorragenden Backeigenschaften zeichnen sich diese u.a. dadurch aus, dass sie gegen bestimmte, im Ökolandbau gefürchtete Brandpilzkrankheiten besonders wider-standsfähig sind.
Die Gesamtkosten der Getreidezüchtung am Dottenfelderhof von 307.000 Euro im Jahr 2011 konnte der Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft mit rund 90.000 Euro unterstützen.
Akzente gegen Monopole
Ein Schwerpunkt der Sativa Rheinau AG in der Nähe von Schaffhausen (Schweiz) ist neben Vermehrung und Vertrieb von ökologischen Samen die ökologische Gemüsezüchtung. Hier wird an der Entwicklung neuer Sorten Zuckermais, Möhren, Zwiebeln, Rosenkohl, Kohlrabi, Knollensellerie, Auberginen und Zucchini gearbeitet. Hauptanliegen dabei ist, geschmackvolle Sorten mit guter Nahrungsqualität zu entwickeln, die gut für den ökologischen Landbau geeignet sind und die samenfest, d.h. fruchtbar und nachbaufähig sind. Unter den konventi-onellen Gemüsesorten finden sich fast nur noch Hybridsorten. Diese sind nicht nachbaufähig und werden zudem häufig mit Hilfe von Biotechnologien entwickelt.
Friedemann Ebner, Züchter bei Sativa Rheinau hat u.a. den ersten samenfesten Zuckermais mit der Eigenschaft „extrasüß“ gezüchtet. Dies ist ein wichtiger Schritt, denn für den profes-sionellen (auch Bio-)Gemüsebau eignet sich in der Regel nur extrasüßer Zuckermais. Damit gibt es endlich eine Alternative zu den Hybridsorten der großen Saatgutkonzerne.
Über den Zusammenschluss der biologisch-dynamischen Gemüsezüchter/innen Kultursaat e.V. wird die Züchtungsforschung der Sativa Rheinau seit vielen Jahren vom Saatgutfonds gefördert, im Jahr 2011 mit 32.000 Euro.
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