Sprachbotschafter Berlin
Aufbruch im Kiez
Die Evangelische Schule Berlin Zentrum ist eine beispielhafte Schule mit schülerzentrierter Pädagogik. Sie ist ein Leuchtturmprojekt der Stadt Berlin. Hier haben sich Jugendliche für ein ungewöhnliches Projekt entschieden: Sprachförderung in Berlin durch Peer-Lernen.
Peer-Lernen oder Peer-Coaching bedeutet, dass Jugendliche und Kinder aus ihrer Schule in andere Grundschulen gehen, um dort Kinder im Unterricht zu begleiten und beim Lernen zu unterstützen.
Die Idee zum Projekt hatte Schulleiterin Margret Rasfeld, die bundesweit durch innovative Schulprojekte und die Begeisterung, die sie bei Kindern und Jugendlichen auslöst, bekannt geworden ist.
In Berlin werden deshalb Kinder und Jugendliche in verschiedenen Schulen zu „Sprachbotschafterinnen“ und „Sprachbotschaftern“ trainiert, um in Brennpunktschulen Kinder in ihrer sprachlichen Kompetenz zu fördern. Sprachförderung, die über Peer-Lernen und den sozialen Kontakt erfolgt, hat nachhaltigere Effekte, als der übliche Unterricht.
So funktioniert es
Jugendliche der Klassen 7 bis 9 werden durch Studierende und erfahrene Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJler) zum Peer-Coach ausgebildet. Sie arbeiten mit den Kindern an zwei Tagen vormittags im Unterricht. An den Nachmittagen und manchen Abenden begleiten Künstler die Grundschulkinder mit Theaterspielen, der Vorbereitung von Lesenächten und anderen Aktionen.
Doch damit nicht genug: In einem nächsten Schritt werden motivierte und befähigte Grundschüler selber zu Botschafterinnen und Botschaftern und gehen in die Kitas, wo sie mit Vorschulkindern spielen und lernen.
Vision
Die Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand stößt die Kampagne der Sprachbotschafter auch im Ruhrgebiet und in Düsseldorf an. Bundesweit sollen 5.000 Kinder als Sprachbotschafter aktiv sein.

