Möhren, Matsch und Hühnermist – Kinder auf die Höfe
Natürlich wissen die meisten Kinder, dass Kühe nicht lila sind. Der Bezug zu den Quellen ihrer Nahrung, zu Nutztieren und zum Leben auf dem Land ist dennoch bei den meisten Stadt-Kindern wenig ausgeprägt. Doch um Lebensmittel zu schätzen und Freude und Vertrautheit am Umgang mit dem Lebendigen zu gewinnen, braucht es eigene Erfahrungen. Wie groß ist die Begeisterung, wenn ein Kind sein erstes selbstgebackenes Brot in den Händen hält, zum ersten Mal eine Kuh füttert oder die noch warmen Eier aus den Nestern der Hühner sammelt.
Mit Hilfe unserer Spenderinnen und Spender unterstützen wir Projekte wie die folgenden:
Vielfältige Schulgärten
Seit der Wende liegen viele Schulgärten aus der ehemaligen DDR brach. Der Thüringer Ökoherz e.V. wendet sich mit seinen Projekten „Wiederentdeckte Früchte und Gemüse aus der Goethezeit“ und „Die Gartenpflanzen unserer Urgroßeltern“ an thüringische Kindergärten und Schulen, um gemeinsam mit ihnen ehemalige Schulgärten zu reaktivieren. Aber auch neue Schulgärten werden angelegt. Der Verein entwickelt mit jeder Einrichtung ein Konzept für die zukünftige Nutzung der Gärten. Gemeinsam legen Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Kinder Beete an. Sie pflanzen Gehölze und bauen Gemüse und Kräuter an. Alle Beteiligten erlernen die ökologische Pflege der Gärten und erfahren die Vielfalt der Kulturpflanzen. Erntefeste und der – im wahrsten Sinne des Wortes – Genuss der Früchte der eigenen Arbeit runden jede Saison ab. Fast nebenbei leisten diese Schulgärten einen Beitrag zum Erhalt alter Nutzpflanzenarten und ‑sorten und bewahren die Vielfalt in den Gärten. Zusätzlich werden für Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher Fortbildungen angeboten. Bislang konnte der Verein an über 40 Standorten aktiv werden. Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützte bereits mehrfach den Aufbau eines Schulgartens, wofür jeweils ca. 3.000 Euro benötigt werden.
Raus aus dem Klassenzimmer: Bauer sein für eine Woche
Wie werden Kühe gemolken, woher kommen die Kartoffeln und wie wird aus Getreide Brot? Auf dem Hutzelberghof werden solche Fragen nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch beantwortet: 8 bis 12-jährige Schüler sind hier für eine Woche selbst Bäuerinnen und Bauern.
Auf dem kleinen, vielseitigen Biobetrieb mit Schweinen, Hühnern, Schafen, Kaninchen, Gänsen und Bienen und mit 14 ha Grün- und 6 ha Ackerland erleben die Schulklassen Grundlagen der Landwirtschaft. Darüber hinaus bekommen sie Einblicke in die handwerkliche Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte: In Kleingruppen füttern sie die Tiere, melken, käsen, backen Brot, betreiben Acker- und Gemüsebau, imkern, kochen,… Der Jahreszeit entsprechend fallen unterschiedliche Tätigkeiten an. Vor allem im Winter werden hier alte Handwerke wie Schmieden, Korbflechten, Schnitzen oder Woll- und Flachsverarbeitung erfahrbar.
Die zum Hof gehörende Hofherberge bietet Raum für Übernachtung und Verpflegung der Gruppen und ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Neben den Klassenfahrten werden Seminare und Lehrerfortbildungen zu landwirtschaftlichen und handwerklichen Themen und in den Schulferien Kinderfreizeiten und Familienferien angeboten.
Durch die Teilnehmerbeiträge können die laufenden Kosten des Schulbauernhofes gedeckt werden, für größere Investitionen reichen diese jedoch nicht aus. Daher unterstützte die Zukunftsstiftung Landwirtschaft den Bau der Käserei in der Aufbauphase des Schulbauernhofes mit 15.000 Euro und die Renovierung der Hofherberge im letzten Jahr mit 10.000 Euro.

